Gehörst du auch zu den Booknerds, die sich im Oktober aufführen wie die Eichhörnchen vor dem Winterschlaf? Du baust deinen Kaffeevorrat aus, deckst dich ein mit Tees und Süßigkeiten und deine Emsigkeit schreit die Vorbereitungsstimmung förmlich hinaus? Klarer Fall von Preptober!

Prep-was?

Preptober ist ein Kofferwort aus „Preparation“ und „October“ und beschreibt die Zeit vor dem NaNoWriMo, dem National Novel Writing Month. Wenn du Bücher nicht nur für dein Leben gerne liest, sondern auch selbst schreibst, dann empfehle ich dir hiermit unbedingt selbst einmal am NaNo teilzunehmen.

Der NaNoWriMo findet jedes Jahr im November statt. Schreibbegeisterte auf der ganzen Welt hauen einen Monat lang in die Tasten, was das Zeug hält. Ziel ist es, am Ende des Novembers 50.000 Wörter, das macht 1.667 Wörter pro Tag, geschrieben zu haben.

Ich weiß genau, was du jetzt denkst: 1.667 Wörter. Pro Tag. 30 Tage lang. Sind die alle verrückt geworden?

Ich schaffe das doch nie!

Genau dasselbe denke ich mir auch jedes Jahr auf’s Neue. Trotzdem sollte dich die bloße Zahl nicht abschrecken. Es geht beim NaNo nämlich gar nicht darum, schönen, überarbeiteten Text zu produzieren.

Es geht nur darum endlich diese erste Rohfassung herunterzuschreiben, vor der du dich schlimmstenfalls schon seit Monaten drückst – so wie ich. Und weil der NaNoWriMo eine riesige Community ist, die mit E-Mails, Foren und den Statistiken deiner Writing Buddies motiviert, gibt es keine bessere Gelegenheit, um dieses Projekt in die Hand zu nehmen.

Und was hat das jetzt mit Eichhörnchen zu tun?

Klar, wenn eine harte Zeit bevorsteht, dann hilft es, sich schon vorab bestmöglich darauf vorzubereiten. Deshalb will ich jetzt auch gar nicht länger um den heißen Brei herumreden: Starten wir in den Preptober!

1. Werde Teil der NaNoWriMo-Community

Das wichtigste zuerst: Natürlich kannst du auch als mutiger Einzelkämpfer am NaNoWriMo teilnehmen. Aber mit der Community im Rücken – ich habe es oben schon einmal erwähnt – bekommst du einen Motivationskick, der seinesgleichen sucht. Außerdem kannst du auf der NaNoWriMo-Website deinen Fortschritt ganz einfach tracken. Es gibt Statistiken, die dir anzeigen, wie viel du schon geschrieben hast, wo du idealerweise sein solltest und wie viele Wörter du noch pro Tag schreiben musst, um rechtzeitig fertig zu werden.

Klingt gut, oder? Also melde dich doch gleich heute noch an auf www.nanowrimo.org.

Sobald du ein Profil hast, stöbere ruhig ein bisschen auf der Seite herum und sauge das NaNoWriMo-Feeling in dich auf. Im Preptober ist langsam schon wieder mehr in den Foren los. Such dir Writing Buddies. Füg auch gerne mich zu deiner Liste hinzu. Du findest mich unter dem Nickname Kaffeebohne.

Zu guter Letzt: Leg einen Eintrag an für deine diesjährige NaNo-Novel, also für die Geschichte, die du im November schreiben willst. Dafür musst du noch gar nicht wissen, was genau du schreiben willst. Du kannst alle deine Eingaben jederzeit anpassen. Hauptsache du bekennst dich ganz offiziell zu deiner Teilnahme am NaNoWriMo.

2. Bastel dir einen Motivationskalender

Was mir jedes Jahr im Preptober am meisten Spaß macht, ist das große Motivationskalender-Basteln. In so einem Kalender notierst du für jeden Tag die Wortzahl, bei der du mittlerweile angekommen sein solltest, also

  • 1.667 Wörter am 1. November
  • 3.333 Wörter am 2. November
  • 5.000 Wörter am 3. November

und immer so weiter.

Für eine Prise extra Motivation, kannst du dir zu jedem Tag einen Spruch, Schlachtruf oder eine Schreibaufgabe notieren. Wusstest du zum Beispiel, dass die Travelling Shovel of Death – also die Wandelnde Todesschaufel – regelrecht NaNo-Tradition ist? Bau sie in deine Geschichte ein! Und damit du es nicht vergisst, sieh gleich einen Tag in deinem Motivationskalender dafür vor.

Hättest du auch gerne einen Motivationskalender, dir fehlt aber die Zeit oder Lust zum selber Basteln, dann kannst du dir hier meinen Kalender für diesen November herunterladen.

3. Leg ein Scrapbook an

Dein NaNoWriMo-Scrapbook ist dein Tagebuch für den November. Für viele Menschen hat Tagebuchschreiben etwas Entspannendes an sich. Man befreit den Kopf vom unnützen Balast des Tages, notiert Aufgaben und Ideen, die nicht vergessen werden sollten und schafft damit Platz für ganz neue Gedanken.

Gedanken zu deinem Hauptcharakter zum Beispiel und der Frage, wie er aus dem Schlammassel noch entkommen kann, in das du – gemeiner Autor – ihn gerade hineinmanövriert hast.

Während des NaNoWriMo brauchst du manchmal einen Ort, um dich auszuheulen. Oder einen Ort, der dich noch einmal motiviert, der dir verrät, warum zur Hölle du diese Tortur doch gleich auf dich genommen hast. Einen Ort, an dem du deine kleinen Meilensteine festhalten und deinen Fortschritt live mitbeobachten kannst.

Vielleicht reichen dir Foren und Statistik der NaNoWriMo-Community zu diesen Zwecken schon aus. Mir gibt mein Scrapbook aber jedes Jahr von neuem extra Power. Ich nehme hier kein Blatt vor den Mund und kann mir auch mal selbst kräftig in den Arsch treten.

Es ist mein Scrapbook, dass mich besonders an schlechten Tagen damit motivieren, dass ich doch fast schon bei der Szene angelangt bin, in der meine Protagonistin und dieser coole Typ aufeinandertreffen und es endlich zu dem hitzigen Schlagabtauscht kommt – rein verbal, natürlich -, auf den ich mich schon so lange freue.

Um ein Scrapbook zu führen, reicht ein leeres Dokument auf deinem Rechner oder ein einfaches Schulheft völlig aus. Wenn du dir aber ein aufwendiges Scrapbook bastelst, dann wirst du es sicherlich auch bis zur letzten Seite voll schreiben zu wollen. Das bedeutet: Extra-Motivation :)

Eine tolle Scrapbook-Bastelanleitung findest du zum Beispiel hier auf Jackys Blog Schriftsteller-werden.de.

4. Bereite einen (groben) Plot vor

Eigentlich steht der NaNoWriMo unter dem Motto: Plot- und planlos zum Roman. Du sollst dir bis zum 1. November maximal Gedanken über dein Genre und dein Thema machen, um dich dann hinzusetzen, ein leeres Dokument zu öffnen und von Null aus loszuschreiben.

Allerdings sind die Regeln des NaNoWriMo dehnbar. Viele Teilnehmer nutzen ihn zum Beispiel, um an ihrem aktuellen Projekt weiterzuschreiben.

Ich habe jetzt schon einige Jahre NaNoWriMo-Erfahrung hinter mir und kann sagen: Plot- und planlos funktioniert für mich nicht.

Wenn du da anders tickst, kannst du Punkt vier meiner Preptober-Liste getrost überspringen.

Bist du allerdings auch eher jemand, der nach Plan schreibt, dann rate ich dir, zumindest für den Einstieg in deine Geschichte einen groben Plot vorzubereiten.

So verlierst du in den ersten NaNo-Tagen keine Zeit mit Grübeln. Im besten Fall gibt dir dein Plot sogar ausreichend Drive, um ein kleines Wortpolster aufzubauen. Und du kannst mir glauben: Ein solches Polster kann jeder gut gebrauchen!

Fortsetzung folgt…

Für’s Erste hast du jetzt schon reichlich zu tun. Leg gleich los und verrate mir doch hier in den Kommentaren oder auf nanowrimo.org, ob du am NaNoWriMo teilnehmen wirst. Hast du dir einen Motivationskalender oder ein Scrapbook gebastelt? Und bereitest du einen Plot vor oder bestreitest du den NaNoWriMo völlig plot- und planlos?

Wie du es auch machst, es wird sicherlich gut!

Deine Mara

PS: Hast du die ersten Punkte auf deiner Preptober ToDo-Liste schon abgehakt? Dann finde im zweiten Teil dieses Artikels heraus, wie du dich noch besser vorbereiten kannst!

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